Stadt Hagen / Ennepe-Ruhr-Kreis

Rückblick Tag des Handwerks 2018 in Hagen

Viele, gerade kleine und mittelständische Betriebe aus dem Handwerk finden für die Organisation und die Durchführung eines Tagespraktikums oft keine Zeit, obwohl sie händeringend nach Nachwuchs suchen. Für den Tag des Handwerks hatten aber sechs Betriebe aus den Bereichen KFZ (Autodienst Arno Wagner), Malerei (Wandveredler Michael Kiwall), Tischlerei (Bau- und Möbeltischlerei Peter Ernst), Zahntechnik (Lehrlingswart Herzog von der Zahntechniker-Innung), Metall (Kunstschmied Hans-Jürgen Zyche & Carlo Vona Metallbau) und Elektrotechnik (Elektroanlagen Rapp) zusammen mit Lehrern der Berufskollegs und der agentur mark insgesamt 8 Arbeitsstationen vorbereitet. An ihnen konnten die Schülerinnen und Schüler, die aktuell noch die achte Klasse besuchen, die beteiligten Betriebe kennenlernen, berufsspezifische Tätigkeiten ausprobieren und ihr handwerkliches Geschick unter Beweis stellen. Dabei waren vor allem motorisches Geschick, Ausdauer, Konzentration und Fingerspitzengefühl gefordert. Peter Ernst, Tischlermeister und Mitglied der Tischler-Innung Hagen, konnte einen Schüler für eine Praktikum gewinnen und ist vom Tag des Handwerks überzeugt: „Ich finde gut, wenn ich Werbung für meinen Beruf machen kann und das Tischlerhandwerk ist ja auch auf junge Leute angewiesen.“ Die Cuno-Berufskollegs I & II aus Hagen stellten dabei sowohl Räume als auch Personal zur Verfügung. Ein voller Tag mit vielen Beteiligten!

Gemäß Angaben aus dem kürzlich vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) veröffentlichten Jahresbericht für das vergangene Jahr 2017 nahmen deutschlandweit sowohl die Zahl der angebotenen Plätze als auch die Zahl der jungen Menschen zu, die eine duale Berufsausbildung nachfragten. Gleichzeitig stieg aber auch zum achten Mal in Folge die Zahl der Ausbildungsplätze, die nicht besetzt werden konnten. Ein Trend, der von den Betrieben als Folge mangelnder Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern interpretiert wird und auf der Schülerseite die hohe Erwartungshaltung der Betriebe verdeutlicht. Insbesondere lokal und branchenspezifisch sind dabei deutschlandweit große Unterschiede festzustellen. NRW-weit soll das Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss“ für eine möglichst früh einsetzende Berufsorientierung sorgen und dazu führen, dass junge Menschen wieder vermehrt die Chancen und Möglichkeiten einer dualen Berufsausbildung wahrnehmen.